„Proust und das Wissen“

01 Jun „Proust und das Wissen“

Workshop des PhD-Net „Das Wissen der Literatur“ an der HU Berlin

30. Juni, 18.00 Uhr: Keynote von Monika Schmitz-Emans: „Prousts Sammlung beschriebener Kunstwerke in der Recherche – ein imaginäres Museum?“ (HU Berlin, Unter den Linden 6, Senatssaal)

1. Juli 2016, 10-20 Uhr: Workshop mit Vorträgen von Rebekka Schnell, Alexandra Schamel, Brigitte Heumann, Peter Brandes und Bernhard Stricker (HU Berlin, Dorotheenstr. 24, Raum 3.246)

Marcel Prousts epochales Romanwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (À la recherche du temps perdu) ist ein Klassiker der literarischen Moderne, der wie kaum ein anderer Text die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche seiner Zeit registriert und reflektiert. Dabei schildert der Roman nicht nur anschaulich die Lebenswelt der französischen Belle Époque, sondern verbindet seine Darstellung sozialer Wandlungsprozesse mit einem ausgeprägten Bewusstsein der Entwicklungen im Bereich des Wissens und der Wissenschaften. Neben der Vielzahl wissenschaftlicher Diskurse und Disziplinen, die im Roman durch Szenen, Figuren oder Reflexionen repräsentiert sind (etwa Medizin, Psychoanalyse, Soziologie, Philosophie oder Kunstgeschichte), zeichnet sich der Roman durch die besondere Aufmerksamkeit aus, die er Darstellungsformen, Medien und technischen Apparaturen widmet, seien dies Bilder aus dem kunstgeschichtlichen Kanon, die Laterna magica, die Photographie oder die Presse. Darüber hinaus ist zwar ein Einfluss der Lebensphilosophie auf Prousts Roman, der in der Blütezeit dieser Strömung entsteht, weitgehend unbestritten, die genaue Charakterisierung dieses Einflusses und die These eines dem Roman zuzuschreibenden „Lebenswissens“ aber höchst kontrovers. Wenngleich diese drei thematischen Facetten der Recherche – Wissen(schaften), Medien, Lebenswissen – in der Proust-Forschung bereits Gegenstand von Einzeluntersuchungen gewesen sind, so ist die Frage nach dem Zusammenhang von Prousts Roman mit dem Wissen um 1900 noch nicht eigens in den Fokus gerückt worden. Diese Frage soll im Zentrum des Workshops mit Monika Schmitz-Emans, Rebekka Schnell, Alexandra Schamel und Brigitte Heymann stehen, der von Peter Brandes und Bernhard Stricker ausgerichtet wird.

Um Anmeldung wird gebeten unter V.Thanner@hu-berlin.de

Organisation and Konzept: Peter Brandes (HU) und Bernhard Stricker (HU)

Ausführliches Programm