Monster und Kapitalismus

Monster
und Kapitalismus

7. – 9. Mai 2015
Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

 

OrganisatorInnen:
Till Breyer, Rasmus Overthun, Philippe Roepstorff-Robiano, Alexandra Vasa

Eine Kooperation mit dem PhD-Net “Das Wissen der Literatur”


EINLEITUNG

 

In den letzten Jahren greift die Kritik am „entfesselten“ Kapitalismus routiniert auf Metaphern des Monströsen zurück: Die Rede von „monströsen Finanzmärkten“ und werwolfsartigen Spekulanten oder die Kino-Bilder marodierender Zombies gehören zum gängigen Repertoire politökonomischer Urteile und Deutungen. Als Krisen- und Problemfiguren des Kapitalismus sind Monster allerdings von Mehrdeutigkeiten umgeben. Sie tauchen in ganz unterschiedlichen Diskursen, Praktiken und Medien auf und werden nicht zuletzt von unterschiedlichen Klassenstandpunkten aus in Stellung gebracht. Angesichts des diffusen Erscheinungsraums, den die Untoten, Hybride und anderen Zwischenwesen des Kapitalismus bevölkern, soll diese Konferenz die monströse Ikonografie der gegenwärtigen Krisennarrative auf ihren systematischen Gehalt und ihre historische Genese hin befragen. Was also erzählen die Regungen und Zuckungen von Monstern über den kapitalistischen Vergesellschaftungsprozess, seine Produktionsbedingungen und Krisen?


TAGESABLAUF

Donnerstag, 7. Mai
Panel 1 – Gegenwartsszenarien

13:30 Begrüßung – Joseph Vogl (HU Berlin)

 

14:15 Keynote-Vortrag

Thomas Macho (HU Berlin): Die Zivilisierung der Vampire. Zum Gestaltwandel der Blutsauger

 

16:30 Nikita Mathias (Oslo): „It is gonna send us back to the stoneage!“: Kapitalistische Moderne und Naturgeschichte, das Anthropozän und das Transhumane in Godzilla (2014)

 

17:00 Felix Maschewski (Berlin): Digitale Zirkelschlüsse oder die Sichtbarkeit des Monsters

 

18:30 Jasmin Degeling (Bochum): Poetik des Lebens bei Jelinek

 

19:00 Sven Frankowsky (Münster): „Eine Art inverser Buddhismus, ein Dauerzustand der Totalen Sorge“ oder Das Monster bin ich! Die Darstellung des Monströsen in der Literatur von David Foster Wallace

Freitag, 8. Mai
Panel 2 – Ursprünge und Genealogien

 

10:45 Patricia A. Gwozdz (Potsdam): Monströse Mutterschaften

 

11:15 Anne Schreiber (Paderborn): Elusive Phenomena. Gründungsszenarien der Harvard Business School

 

12:30 Thomas Erthel (München): Leviathan der Globalisierung. Der weiße Wal, die wirtschaftliche ‘Öffnung’ Japans und die Globalisierung in Melvilles Moby Dick

 

13:00 Uwe Lindemann (Bochum): Die Monstren des Konsums. Beitrag zur historischen Epistemologie und Metaphorologie der modernen Konsumsphäre

 

15:30 Anne Reich (Berlin): Melmoth, Monster und Moneten. Zur Macht der Verschuldung in Balzacs Melmoth réconcilié

 

16:00 Johannes Vincent Knecht (Berlin/Essen): Die nimmersatte Heuschrecke und der besänftigte Markt. Ein Versuch, tierisch-theologische (Sprach-)Bilder ernst zu nehmen

 

20:00 Filmvorführung

Jörg Buttgereit: Kannibale und Liebe, anschließend Gespräch mit dem Regisseur

Samstag, 9. Mai
Panel 3 – System und Störung

 

10:45 Anja Breljak (Berlin): Marx’ Masken. Ideologiekritik und ihre Ambiguitäten

 

11:15 Tobias Gnüchtel (Berlin): Das Monster des Systems. Don DeLillos Dekonstruktion des Kennedy-Attentats

 

13:00 Manuel Bauer (Marburg): Der Parasit. Die literarische Wirtschaftsanthropologie des Schädlings und Schmarotzers

*** entfällt! ***

 

13:30 Felix Tristan Gregor (Köln): Bilder der Angst – Filmische Strategien kapitalistischer Visualisierung

 

15:00 Ende

Veranstaltungsort:

Kunstquartier Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin

Rückblick


Wir danken allen Mitwirkenden für die Teilnahme.

FotografIn: Till Breyer