Summer School Transformations of Literature, Knowledge, and Media

Transformations of Literature, Knowledge, Media

Die Summer School 2017 des Thematischen Netzwerks „Literatur – Wissen – Medien“ und des PhD-Netzwerks „Das Wissen der Literatur“


EINLEITUNG

In der Frage nach einer Systematik und Funktion von Transformationsprozessen verdichten sich seit geraumer Zeit unterschiedliche Forschungsansätze und -verbünde innerhalb der Geistes- und Sozialwissenschaften, denen die Annahme einer grundsätzlichen Wandelbarkeit und Prozesshaftigkeit von epistemischen, sozialen und kulturellen Praktiken, Objekten und Institutionen gemein ist. Gerade aus Sicht konstruktivistischer Epistemologien gilt dabei dem im Transformationsbegriff impliziten Aspekt der Form, seinerseits verstanden als Dynamik und Prozess, ein besonderes Interesse. Im Formbegriff, der dieser Reflexion zugrunde liegt, wirkt dabei nicht selten ein Dualismus inhaltsorientierter und formalistischer Positionen fort, der in einer Traditionslinie hylemorpher Ästhetik bis hin zu Kants Formalismus steht.

Die Summer School 2017 des thematischen Netzwerks „Literatur – Wissen – Medien“ fragt aus einer doppelten Perspektive nach Transformationen: Form interessiert dabei einerseits als literarisch-ästhetische Kategorie, soll andererseits aber auch fruchtbar gemacht werden für eine Beschreibung sozialer Prozesse und kultureller Bedeutungspraktiken  –  etwa hinsichtlich der Genese von Wissen oder der Entstehung von sozialen oder sprachlichen Ordnungen. Ausgehend von dieser Perspektivierung sollen Praktiken der Form-bildung und Trans-formation unter vier verschiedenen Blickwinkeln in Augenschein genommen werden:

 

1) Form und Wissen

2) Form und Leben

3) Form des Sozialen

4) Form und Medien


TAGESABLAUF

22. Juli 2017

Form und Leben

14.00-17.00

Einleitung / Begrüßung: Joseph Vogl (HU)

 

Reading/Seminar mit Eva Geulen (ZfL / HU): Canguilhem, Die Erkenntnis des Lebens

 

Andrea Krauß (NYU): „Bildung transformieren: Hannah Arendts Rahel Varnhagen-Projekt 1930-1959“ (Research Report)

 

17.30-19.00

Projektvorstellungen von

– Dominik Zechner (NYU): „Forms of Survival (Überlebensformen)“

– Bernhard Stricker (HU): „Literarische Form und Lebensform“

 

19.30-21.00

Autorengespräch mit Andreas Weber: „Enlivement. Eine Kultur des Lebens. Versuch einer Poetik für das Anthropozän“

 24. Juli 2017

Formen des Sozialen

10.00-13.00:

Reading/Seminar mit Ulrike Vedder (HU): Transformationen von Familie und Geschlecht

 

Paul Fleming (Cornell): „Anecdotes and the prose of politics“ (Research Report)

 

14.30-16.00

Projektvorstellungen von:

– Marius Reisener (HU): „Meta-Morphose. Zum Formbegriff in der Theorie des Bildungsromans um 1800“

– Adrian Renner (Yale): „Biographische Fiktion und Zeit des Erzählens: Narrative Formgebung im Roman vor 1800“

 

16.30-18.00

Rüdiger Campe (Yale): Research Report

25. Juli 2017

Form und Medium I

10.00-13.00

Reading/Seminar mit Ethel Matala de Mazza (HU): „Remediations“

 

Stephan Porombka (UdK Berlin): Research Report

 

14.30-16.00

Projektvorstellungen von

– Leigh York (Cornell): „The Aesthetics of the Episode: Seriality and the German Novel, 1780-1900“

– William Stewart (Princeton): „The trilogy of radio essays“

 

16.30-18.00

Autorenlesung von Philipp Schönthaler

26. Juli 2017

Form und Medium II

10.00-12.00

Tanvi Solanki (Cornell): „Tonbildung“: The Emergence of Cultural Acoustics ca. 1750-1800″  (Research Report)

 

Elisabeth Strowick (NYU): „Sea-change: Szenische Transformation in Literatur und Psychoanalyse“ (Research Report)

 

13.30-15.00

Projektvorstellungen von

–       Raphael Koenig (Harvard): „Willenskurven“: Psychopathologie und gestische Spontaneität in Hans Prinzhorns Bildnerei der Geisteskranken (1922)

–       Regina Karl (Yale): „Poetiken der Hand: Valéry, Focillon, Benjamin“

 

15.30-17.00

Steffen Martus (HU) und Carlos Spoerhase (Bielefeld): „Transformationen der Theorie“ (Research Report)

27 Juli 2017

Form und Wissen

10.00-13.00:

Reading/Seminar mit Joseph Vogl (HU)

 

John Hamilton (Harvard): „Morphogenese nach Aristoteles“ (Research Report)

 

14.30-17.00

Projektvorstellungen von

–      Uta Sommer (HU): „Kontaminationen – Arno Schmidts Text-Landschaften“

–       Jermain Heidelberg (Harvard): „Logiken und Techniken des Sammelns“

–       Christine Schott (Cornell): „Paul Celan’s Readers: Hermeneutic and Philological Practice during the Goll Plagiarism Affair“

Veranstaltungsort:

 

Humboldt Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät II
Institut für deutsche Literatur

 

Dorotheenstraße 24
10099 Berlin

Raum 1.201

Teilnahme nur nach persönlicher Anmeldung!

Rückblick

Herzlichen Dank an alle TeilnehmerInnen und Gäste!

Fotograf: Klaus Wiehl